Sabine Schöck - heute

varnhalt

Ich lebe nun auch wieder in einem Dorf am Rand von Baden-Baden. Aber jetzt ist vieles anders geworden. Es gibt keine schaukelnden grasbeladenen Kuhwägen mehr – es gibt gar keine Kühe mehr in den meisten Dörfern. Aber für die Menschen ist das Leben einfacher geworden.

Bei uns hier in Varnhalt umgeben uns Weinberge, die im Frühjahr und Herbst goldgelb leuchten, zuerst vom Löwenzahn zwischen den Rebstöcken und im Herbst leuchten die Blätter der Reben goldgelb – wunderschön!

Ich habe ein Fenster vor meinem Arbeitsplatz am Computer, von dem ich einen Blick über diese Herrlichkeiten habe.

Überhaupt fällt mir auf, dass mit zunehmendem Alter mein Blick für die Schönheit der Natur noch offener wird – das geht auch meinem Mann und unseren Freunden so. Wir wissen um die Vergänglichkeit. Wir staunen über die unermüdliche Kraft des Lebens, die immer wieder alles erneuert. Wir sind dankbar für Kleinigkeiten und Großartiges: für das Glück genug zum Essen zu haben, dass um uns noch Frieden herrscht, dass wir einander haben dürfen. Auch wenn uns jetzt manches Zipperlein plagt und alles etwas mühsamer wird und schwerer fällt: Die Zähne wacklig werden, die Haare ausfallen, die Treppenstufen immer höher werden, die Schrift in den Zeitungen immer kleiner, die Berge immer steiler. Wir tragen es mit Geduld, was bliebe uns auch anderes übrig. Manchmal können wir sogar darüber lächeln (wenn mal gerade nichts weh tut) – die Weisheit des Alters eben…